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Gedanken zum 11. September

Zwei Birken auf meiner Terrasse mit Blick auf Manhattan
wie in jenem September noch grün belaubt,
doch ihrer grandiosen Kulisse beraubt.
Zwei Türme haben sie flankiert,
träumend war mein Blick oft auf sie fokussiert.

Dunstgraue Skyline, nun wie beschnitten,
Symbiose zerstört, ein Nichts in der Mitten.

Gedanken an Momente voll dunkler Magie,
hier führte der Hass vernichtend Regie.
Die Welt schaute zu wie paralysiert,
Symbole der Macht waren ausradiert.

Bizarre Trümmer ragten gespenstisch empor,
wie aus Trauerschleiern tauchte Ground Zero hervor.

Ich träume nicht mehr, schaue täglich noch hin,
und suche wie andere nach Wahrheit und Sinn.
Gefühle verblassen von Jahr zu Jahr,
was auch immer damals wirklich geschah,
die Welt ist verändert,
denn nichts ist mehr so wie es mal war.

Nur meine zwei Birken stehen immer noch da.



(veröffentlicht in dem Jahrbuch
der Brentano-Gesellschaft der
Frankfurter Bibliothek 2005
und in dem Auswahlband,,DIE BESTEN",
das zu Weihnachten 2006 erscheinen wird)